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Ratgeber · Brandschutz

Ein Feuerlöscher hat vier Termine, und sie fallen nicht zusammen.

Sichtkontrolle, Kontrolle, Revision, Druckprüfung: vier verschiedene Tätigkeiten, mit verschiedenen Intervallen und verschiedenen Zuständigen. Wer sie als eine einzige behandelt, macht am Ende die doppelte Arbeit — oder merkt zu spät, dass ein Termin verstrichen ist. Hier steht, was die UNI 9994-1:2024 in Italien verlangt, ab welchem Tag jeder Termin zählt, was sich bei älteren Feuerlöschern ändert und was in den anderen Ländern gilt.

Kontrolle alle 6 MonateRevision alle 60 Monate (Pulver und CO₂)Druckprüfung alle 120 Monate
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Sichtkontrolle, Kontrolle, Revision und Druckprüfung: die vorgeschriebene Feuerlöscher-Wartung ist keine einzelne Tätigkeit

Umgangssprachlich heißt es „der Feuerlöscher ist abgelaufen“, als gäbe es ein einziges Datum, irgendwo aufgedruckt. Tatsächlich unterscheidet die italienische Bezugsnorm — die UNI 9994-1 in der Ausgabe 2024 — vier Instandhaltungstätigkeiten, und jede hat ihr eigenes Intervall.

Der Unterschied ist nicht formal. Die Sichtkontrolle ist ein Blick, den jede Person vor Ort werfen kann; die Kontrolle ist eine technische Prüfung; die Revision öffnet den Löscher und ersetzt die Verschleißteile; die Druckprüfung belastet den Behälter selbst. Je tiefer der Eingriff, desto höher die Qualifikation der ausführenden Person — und desto größer der Abstand zwischen zwei Terminen.

Daraus entsteht das teuerste Missverständnis: Ein Feuerlöscher kann eine tadellos aktuelle halbjährliche Kontrolle auf dem Anhänger stehen haben und trotzdem zwei Jahre mit der Revision im Rückstand sein. Die beiden Termine laufen parallel und kontrollieren einander nie.

Die vier Stufen, nach Prüftiefe

Jede Stufe hat ihr eigenes Intervall und ihre eigene Zuständigkeit. Die ersten beiden liest man auf einen Blick am Anhänger ab; die anderen beiden hinterlassen ihre Spur im Prüfprotokoll.

  1. 01

    Sichtkontrolle

    gemäß internem Plan (in der Praxis monatlich)

    das Personal vor Ort

  2. 02

    Kontrolle

    mindestens alle 6 Monate

    qualifizierter Wartungstechniker

  3. 03

    Revision

    60 Monate für Pulver und CO₂, 72 für Löscher mit halogeniertem Löschmittel

    qualifizierter Wartungstechniker

  4. 04

    Druckprüfung

    120 Monate — 72 für wasserbasierte Löscher mit kunststoffummanteltem Behälter

    qualifizierter Wartungstechniker

Die UNI 9994-1 legt für die Sichtkontrolle keine feste Zahl fest: Sie verlangt einen risikoangemessenen Plan, und es ist die Praxis, die daraus eine monatliche Kontrolle gemacht hat. Sie als gesetzliche Pflicht mit festem Intervall darzustellen, ist ein häufiger Fehler — auch in bester Absicht.

Wie oft, je nach Löschmittel

Kontrolle und Druckprüfung hängen kaum vom Löschertyp ab, die Revision dagegen sehr. Das ist die Zeile, die am häufigsten übersehen wird, weil sie sich selbst innerhalb desselben Standorts von Gerät zu Gerät ändert.

LöschertypKontrolleRevisionDruckprüfung
Pulverlöscheralle 6 Monate60 Monate120 Monate
Kohlendioxidlöscher (CO₂)alle 6 Monate60 Monate120 Monate
Löscher mit halogeniertem Löschmittelalle 6 Monate72 Monate120 Monate
Wasserbasierte Löscher (Wasser und Schaum)alle 6 Monate24 bis 60 Monate je nach Typ120 Monate
Wasserbasiert mit kunststoffummanteltem Behälteralle 6 Monate24 bis 60 Monate je nach Typ72 Monate

Intervalle nach UNI 9994-1:2024, in Kraft seit dem 25. Juli 2024. Es sind Höchstwerte: Die Herstelleranleitung oder das Risikoniveau der Umgebung können engere Intervalle verlangen — weitere nie. Für die Revision von Pulverlöschern, die vor diesem Datum hergestellt wurden, gilt weiterhin der alte Wert von 36 Monaten: der Grund steht weiter unten. Bei CO₂ lag die Revision schon in der Ausgabe 2013 bei 60 Monaten und ändert sich nicht.

Ab welchem Datum gezählt wird

Die halbjährliche Kontrolle zählt ab dem Datum der zuletzt tatsächlich durchgeführten Kontrolle — nicht ab Jahresbeginn und nicht ab dem Kaufdatum: Eine Kontrolle am 12. Februar legt die nächste in den August, und wer einen Termin um einen Monat verschiebt, trägt diese Verschiebung für immer mit sich.

Die Revision zählt ab dem Datum der letzten Revision oder — bei einem nie revidierten Löscher — ab dem auf dem Gerät angegebenen Herstellungs- oder Inbetriebnahmedatum. Deshalb erreicht ein heute gekaufter, aber vor zwei Jahren gefertigter Löscher seine erste Revision früher als erwartet.

Die Druckprüfung zählt ab dem Prüfjahr des Behälters, das auf dem Behälter selbst eingeprägt ist: Sie ist der einzige der vier Termine, der nicht von den durchgeführten Arbeiten abhängt, sondern vom Stück Metall. Besteht ein Behälter die Druckprüfung nicht, wird der Löscher nicht repariert, sondern ersetzt.

Die Sichtkontrolle in der Praxis

Es ist die einzige Stufe, die keinen Techniker braucht: sechs Sichtprüfungen, die eine geschulte Person in unter einer Minute pro Löscher erledigt. Ihre Aufgabe ist es, zwischen zwei Kontrollen das aufzufangen, was man mit bloßem Auge sieht.

  • Der Löscher steht an seinem Platz, ist gekennzeichnet und ohne Umräumen erreichbar
  • Das Manometer steht, sofern vorhanden, im grünen Bereich
  • Schlauch, Düse und Gehäuse sind unversehrt, ohne Risse oder sichtbare Korrosion
  • Sicherungsstift und Plombe sind vorhanden und unversehrt
  • Der Wartungsanhänger ist lesbar und weist die letzte Maßnahme aus
  • Was nicht stimmt, wird sofort notiert — mit Datum und Namen der prüfenden Person

„Abgelaufener Feuerlöscher“ heißt fast nie „wegwerfen“

In den meisten Fällen ist die Revision überfällig, und eine Revision lässt sich durchführen: Der Löscher geht zurück in den Betrieb. Nur eine nicht bestandene Druckprüfung nimmt das Gerät endgültig außer Betrieb, denn sie betrifft die Festigkeit des Behälters. Der zweithäufigste Fehler: einen Löscher nachfüllen und annehmen, damit seien alle vier Termine zurückgesetzt. Das Nachfüllen verschiebt weder die Druckprüfung noch für sich allein die Revision.

Warum das Herstellungsdatum auch nach 2024 noch zählt

Die Ausgabe 2024 der UNI 9994-1 hat nicht nur die Tabellen aktualisiert: Sie hat das Intervall zweier der vier Stufen geändert. Die Revision eines Pulverlöschers wandert von 36 auf 60 Monate (bei CO₂ lag sie schon bei 60 und bleibt dort), die Druckprüfung sinkt von 144 auf 120 Monate. Der Text trat am 25. Juli 2024 in Kraft, doch die beiden Änderungen gelten nicht auf dieselbe Weise.

Die Druckprüfung — als der strengere der beiden Termine (120 statt 144 Monate) — gilt sofort für jeden Feuerlöscher, unabhängig davon, wann er gebaut wurde. Die Revision folgt einer anderen Logik: Bei Pulverlöschern, die schon vor dem 25. Juli 2024 auf dem Markt waren, steht in der Gebrauchs- und Wartungsanleitung noch immer 36 Monate — und diese Anleitung, sofern strenger als die Norm, hat Vorrang. Die 60 Monate gelten für Pulverlöscher, die nach diesem Datum hergestellt wurden und deren Anleitung bereits den neuen Wert nennt.

In der Praxis lohnt es sich, vor einer Verlängerung des Revisionsintervalls zwei Dinge zu prüfen: das auf dem Löscher eingeprägte Herstellungsdatum und das, was in der beiliegenden Anleitung steht. Ein 2022 gebauter Pulverlöscher springt nicht automatisch auf 60 Monate, nur weil sich die Norm zwischenzeitlich geändert hat.

Termine allein genügen nicht: Es braucht die Protokolle

Seit dem DM 1 settembre 2021 ist die Führung des Registers der Brandschutzkontrollen in Italien eine eigenständige Pflicht, und am Tag einer Prüfung wird nicht das Datum der nächsten Kontrolle verlangt, sondern das Protokoll der letzten. Beides getrennt zu halten — den Kalender hier, die Dokumente dort — ist der sicherste Weg, nur eines von beiden zu haben, wenn man beides braucht.

Dieser Ratgeber ist Informationsmaterial: Er ersetzt weder die genannten Normen noch die Herstelleranleitung oder das Urteil einer qualifizierten Fachkraft. ToriSet organisiert Termine und Dokumente; es bestätigt keine Konformität.

Excel, Anhänger oder Register

Vier verschiedene Termine, ein Register.

Der Anhänger am Feuerlöscher zeigt die halbjährliche Kontrolle; Revision und Druckprüfung laufen bestenfalls auf einem separaten Blatt. So sieht es aus, wenn alle vier Termine und die Protokolle des Technikers im selben Register stehen.

Wie es meist gemacht wird

Vier Termine pro Feuerlöscher auf einem Anhänger, und die Revision, die keiner beachtet

Mit ToriSet

Vier Termine, berechnet ab der letzten Maßnahme, mit angehängtem Protokoll des Technikers

Wie es meist gemacht wird

Das Register der Brandschutzkontrollen von Hand geführt, ein Ordner pro Standort

Mit ToriSet

Protokolle von Kontrolle, Revision und Druckprüfung am richtigen Feuerlöscher, in Sekunden gefunden

Wie es meist gemacht wird

Das Herstellungsdatum auf dem Behälter eingeprägt, das man vor Ort ablesen muss

Mit ToriSet

Herstellungsdatum und Druckprüfung auf der Produktseite: Die 120-Monats-Prüfung berechnet sich von dort

Wie es meist gemacht wird

Ob 36 oder 60 Monate gelten, steht nur in der Anleitung — für jeden Feuerlöscher einzeln nachzulesen

Mit ToriSet

Das richtige Intervall für diesen Löscher steht auf seiner Produktseite — ohne nachzurechnen

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Regeln nach Land

Was sich von Land zu Land ändert.

Die Prüffristen tragbarer Feuerlöscher sind in Europa nicht harmonisiert: Die Bezeichnungen der Stufen ändern sich, die Intervalle ändern sich, und selbst die Quelle, die sie festlegt — eine technische Norm in Italien, eine Versicherungsregel in Frankreich, eine Arbeitsstätten-Regel in Deutschland, die Herstellerangaben in der Schweiz. Unten steht die Orientierung Land für Land; maßgeblich bleiben die genannte Norm und die Herstelleranleitung.

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Deutschland

Fundstellen

  • ASR A2.2

    Die Technische Regel für Arbeitsstätten zu Maßnahmen gegen Brände: Sie verlangt, dass Feuerlöscher in regelmäßigen Abständen geprüft werden, mindestens alle zwei Jahre.

  • DIN 14406-4

    Die Norm zur Instandhaltung tragbarer Feuerlöscher: Sie legt fest, was die Prüfung umfasst und wer sie durchführen darf.

  • BetrSichV

    Die Betriebssicherheitsverordnung: Aus ihr folgen die wiederkehrenden Prüfungen von Druckbehältern, Feuerlöscher eingeschlossen.

Intervalle

Prüfung

mindestens alle 2 Jahre

Sachkundiger

Sichtkontrolle

gemäß Gefährdungsbeurteilung des Betriebs

Personal vor Ort

Druckbehälterprüfung

gemäß BetrSichV und Herstelleranleitung

nach BetrSichV befähigte Person

HinweisDas deutsche Bezugsintervall beträgt zwei Jahre. Der Betreiber darf es verkürzen — die Gefährdungsbeurteilung kann genau das verlangen —, aber nicht verlängern.

Häufige Fragen

Was uns am häufigsten gefragt wird.

Wie oft muss ein Feuerlöscher geprüft werden?

In Italien verlangt die UNI 9994-1 eine Kontrolle mindestens alle sechs Monate durch einen qualifizierten Wartungstechniker, dazu eine Sichtkontrolle durch das Personal vor Ort nach internem Plan (in der Praxis monatlich). Revision und Druckprüfung haben eigene Intervalle von 60-72 beziehungsweise 120 Monaten. In anderen Ländern ist das Hauptintervall anders: jährlich in Frankreich, zweijährlich in Deutschland und Österreich.

Was ist der Unterschied zwischen Kontrolle, Revision und Druckprüfung?

Die Kontrolle ist eine äußere und funktionale Prüfung im Halbjahresrhythmus. Die Revision öffnet den Löscher, prüft das Löschmittel und ersetzt die Verschleißteile. Die Druckprüfung ist eine Festigkeitsprüfung des Behälters und betrifft das Gefäß, nicht die Füllung. Drei verschiedene Maßnahmen mit drei verschiedenen Terminen: Dass eine aktuell ist, sagt nichts über die anderen beiden.

Gilt für die Revision 36 oder 60 Monate?

Die Frage betrifft nur Pulverlöscher, und es hängt vom Herstellungsdatum ab. Die UNI 9994-1:2024 hat die Revision von Pulverlöschern von 36 auf 60 Monate angehoben — aber nur für Löscher, die nach dem 25. Juli 2024 gebaut wurden: Bereits im Einsatz befindliche Geräte bleiben bei den 36 Monaten aus ihrer Anleitung, die strenger ist und deshalb gilt. Bei CO₂ lag die Revision schon in der Ausgabe 2013 bei 60 Monaten und ändert sich nicht. Die Druckprüfung dagegen liegt für Pulver und CO₂ sofort bei 120 Monaten, weil das neue Intervall strenger ist als das alte.

Muss ein „abgelaufener“ Feuerlöscher ersetzt werden?

Fast nie. Meist ist die Revision überfällig, und nach der Revision geht der Löscher zurück in den Betrieb. Ein Ersatz ist nötig, wenn der Behälter die Druckprüfung nicht besteht oder das Gerät beschädigt beziehungsweise nicht mehr konform ist. Das entscheidet der qualifizierte Techniker am Gerät, nicht aus der Ferne.

Wer darf Feuerlöscher instand halten?

Kontrolle, Revision und Druckprüfung führt ein qualifizierter Wartungstechniker durch: In Italien legt das DM 1 settembre 2021 die Anforderungen fest, dessen nationale Qualifikation — nach vier Verschiebungen — ab dem 25. September 2026 verpflichtend wird; in Frankreich die NF S61-919, in Deutschland die ASR A2.2 und die DIN 14406-4, in Österreich die ÖNORM F 1053. Allein die Sichtkontrolle darf geschultes eigenes Personal übernehmen.

Hält ToriSet die Termine für mich ein?

ToriSet hilft Ihnen, sie einzuhalten: Sie erfassen jeden Löscher mit Typ, Seriennummer und Standort, und von dort berechnet ToriSet die vier Termine ab der letzten Maßnahme, benachrichtigt rechtzeitig, wer handeln muss, und bewahrt die Protokolle beim richtigen Gerät auf. Die Arbeiten selbst bleiben Aufgabe des qualifizierten Technikers, und das gesetzlich vorgeschriebene Register bleibt Ihre Pflicht.

Mit ToriSet

Vier Termine pro Löscher, bei vierzig Löschern.

Im Kopf lässt sich das nicht halten, in einer Tabelle geht es verloren. Führen Sie Ihre Geräte in einem einzigen Register: Die Termine berechnen sich von selbst, die Erinnerungen kommen rechtzeitig und die Protokolle bleiben beim richtigen Löscher.

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